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JÜRGEN TODENHÖFER

12:06
 

"Der Westen unterschätzt die IS-Gefahr dramatisch"

Publizist Jürgen Todenhöfer schildert auf Facebook Eindrücke seines Besuchs beim IS: Die Terrorgruppe wirke wie ein "nuklearer Tsunami" – und plane die größte "religiöse Säuberung" der Geschichte.

Der Publizist Jürgen Todenhöfer hat auf Facebook Eindrücke von seinem kürzlichen Besuch bei der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) geschildert. In der Einleitung seines Beitrags erklärt Todenhöfer, warum er trotz Lebensgefahr die von den Extremisten kontrollierten Städte Mossul (Irak) und Rakka (Syrien) besucht hat: " … ohne Risiko kommt man der Wahrheit nur schwer auf die Spur. Und ich brauchte nun einmal für ein geplantes Buch über den IS authentisches Material. Das aber gibt es nur vor Ort."

Er habe eine "Sicherheitsgarantie" des IS-"Kalifats" bekommen – aber ohne Gewissheit, dass diese echt war. Freunde und Verwandte hätten "versucht, mich von der Reise abzuhalten. Ich höre in solchen Situationen immer auf meine innere Stimme." Der IS habe sich aber an die Zusage gehalten. Todenhöfer schreibt weiter: "Am Ende unserer Reise wurden ferner alle Bilder und Fotos kontrolliert." Am Ende seien neun von 800 Bildern gelöscht worden. "Zensur nennt man das."

Mehrfach sei es auch zu "scharfen und lautstarken Auseinandersetzungen zwischen mir und dem IS über die Gestaltung der Reise gekommen", berichtet der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete. "Angesichts der täglichen Lebensgefahr für alle Beteiligten war die Behandlung zwar oft gereizt, insgesamt jedoch korrekt."

Im Folgenden schildert der Publizist die sieben "stärksten Eindrücke" seiner Reise. Der erste davon: "Der Westen unterschätzt die Dimension der IS-Gefahr dramatisch." Die Extremisten seien "erheblich cleverer und gefährlicher", als Politiker sie einschätzten. Es herrsche "eine fast rauschartige Begeisterung und Siegeszuversicht, wie ich sie in Kriegsgebieten noch nicht erlebt habe". Ähnlich hat sich Todenhöfer bereits vor mehreren Tagen in den ARD-"Tagesthemen" geäußert. Er stellt zudem fest, dass al-Qaida neben dem IS "ein Zwerg" sei.

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